Viele persönliche Entscheidungen, die wir täglich treffen, beruhen auf inoffiziellen Informationen – auf Gerüchten. Das meiste von dem, was wir wissen, haben wir irgendwo gehört, gelesen oder gesehen, ohne überprüft zu haben, was wirklich dran ist. Jede unüberprüfte Information, die wir weitergeben, macht uns zu Multiplikatoren von Gerüchten. Deswegen sind Gerüchte ein besonders spannendes Phänomen der zwischenmenschlichen Kommunikation, mit dem ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit an der HfK Bremen auseinandergesetzt habe.
Das Ergebnis ist ein Buch mit dem Titel »Psst…!«. Die 100 Seiten starke Arbeit erklärt, wie Gerüchte funktionieren und was sie anrichten können, ohne sich jedoch dabei zu ernst zu nehmen. Vollformatige Illustrationen in satten Farben bebildern Themen wie Sensationsgier, Missgunst oder Medienkompetenz. Als Extra verbirgt sich unter dem wattierten Einband des Buches ein Soundchip, dem man sein persönliches Lieblingsgerücht anvertrauen kann.
Das Buch wurde im Rahmen einer interaktiven Ausstellung im Güterbahnhof Bremen vorgestellt. Hier konnte der Besucher seiner Sensationsgier freien Lauf lassen und ungehemmt Gerüchten lauschen, aber auch welche hinterlassen. Dabei lief er allerdings jederzeit Gefahr, selber ins Kreuzfeuer zu geraten.
Diplomarbeit an der HfK Bremen
betreut durch Prof. Roland Lambrette, Henning Rogge-Pott